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Poesies

Ausiàs March
"Wie jemand, der im Traum Erquickung findet"

Wie jemand, der im Traum Erquickung findet
und dessen Glück aus Wahngespinsten stammt,
so geht es mir, denn meinen Geist beherrscht
nichts andres als Vergangenheit allein;
ich spür, es lauert schon auf mich mein Schmerz;
in dessen Hand ich schließlich fallen muß.
Die Zukunft kann nichts Gutes mir verheißen;
jenes Vergang'ne ist mein höchstes Gut.

So bin dem Heute ich nicht zugetan,
sondern dem Gestern, das, vergangen, nichts ist;
in dem Gedanken find ich Lust und Tröstung,
doch flieht er mich, verstärkt sich gleich mein Schmerz.
Wie jener, den zum Tode man verurteilt,
doch weiß er's lang schon und schöpft neuen Mut,
und den man so auf Gnade hoffen läßt
und ihn dann plötzlich tötet, ohne Warnung.

Ach! Wollte Gott, mein Denken wär erstorben
und daß mein Leben schlafend ich verbrächt!
Erbärmlich lebt, wer seinen eignen Geist
zum Feind hat, der von Übeln nur ihm kündet;
und sucht er ihn auf Freud'geres zu lenken,
so geht's ihm wie der Mutter mit dem Kind,
die, wenn um Gift es weinend sie bedrängt,
genug Vernunft nicht findet, ihm's zu wehren.

Es wäre besser, ich ertrüg' mein Leid,
als daß ich etwas Glück hinein noch mengte,
in jene Pein, die den Verstand mir raubt,
wenn ich vergangne Freuden lassen muß.
Oh weh! Mein Glück verwandelt sich in Leid,
mit doppelt großer Wut, nach kurzer Rast;
wie bei dem Kranken, der um eines Bissens
Genuß in Schmerzen daraufhin sich nährt.

Dem Eremiten gleich, der sich nicht sehnt
nach Freunden, die er in der Welt einst hatte,
und dem, nach langer Zeit fernab der Menschen, 35
der Zufall ihrer einen wieder zeigt,
der alte Freuden in ihm neu erweckt
und die vergangne Zeit erneut beschwört;
wieder allein, muß Kummer ihn befallen:
Glück ruft im Fliehn stets lautstark Leid herbei.

Hochweise Frau, wenn Liebe lange währt,
ist Trennung wohl der Wurm, der an ihr nagt,
falls Festigkeit nicht eisern widersteht
und wenig auf der Neider Reden gibt.


 

Traduït per Hans-Ingo Radatz
Ausiàs March, "Wie jemand, der im Traum Erquickung findet" . Gedichte (altkatalanisch und deutsch). Aus dem Altkatalanischen übersetzt, ediert sowie mit einer Einleitung und einem Glossar versehen von Hans-Ingo Radatz, Frankfurt am Main: Domus Editoria
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