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Contes despullats

Josep Palau i Fabre
Der Valenzianer aus Stockholm

Ohne es richtig zu merken, wurde Vicent so langsam alt, und während ein Winter nach dem anderen ins Land zog, dachte er immer öfter an seine Heimat zurück, an Valencias Sonne, and die Horta, das valencianische Gartenland... und an Sueca. Vor allem erfreute er sich in der Erinnerung immer häufiger an den Orangen und den großen, unendlich weiten Orangenhainen. Obwohl sie in Schweden sehr teuer waren, aß er so viele Orangen wie nur irgend möglich, als fände er seine Heimat geballt in diesen Früchten wieder. Sie sind wie kleine Sonnen, pflegte er zu sagen, wie mit Wasser durchtränkte valencianische Sonnen, die den Durst löschen und zugleich nähren. Wenn er krank war, ließ er sich, egal zu welchem Preis, drei oder vier Kilo Orangen bringen, da dies die beste Medizin für fast jede Krankheit sei: Mattigkeit, Erkältung, Grippe, Rheuma... Es war ihm unverständlich, wie in seiner Heimat, dem Königreich Valencia, wo man nur die Hand nach den Orangen ausstrecken musste, überhaupt jemand krank werden konnte, ja, wie seine valencianischen Landsleute überhaupt sterben konnten, da man mit Orangen doch jedes Übel kurieren konnte! Er glaubte felsenfest daran, dass alle seine Gebrechen geheilt würden, wenn er, wie in Valencia, immer Orangen zur Hand hätte, und redete so viel und so oft mit seiner Frau und seinem Sohn darüber, dass Lena schließlich eines Tages wütend zu ihm sagte: »Und warum bist du dann nicht in Sueca geblieben?«, worauf Vicent galant und intelligent genug war, zu antworten: »Ich hätte dich ja irgendwie dorthin bringen müssen.«

Zu jener Zeit kamen ihm auch wieder all die Mädchen in den Sinn, die er vor seiner Frau in Stockholm gehabt hatte. Man kann nicht alles haben, dachte er dann, aber er war sich sicher, dass, wenn er fortan immer guten Orangensaft bekäme, so wie er in seiner Jugend die Frauen bekommen hatte, er wieder kräftig, ja sogar jung und agil werden würde.

Hin und wieder dozierte er dann über die verschiedenen Sorten von Orangen: Es gebe welche mit dünner, glatter Schale, so glänzend, als hätte sie jemand poliert, und wie geschaffen, um vor dem Verzehr erst liebkost zu werden, und es gebe welche mit runzeliger Schale, mit einer dicken, manchmal sogar äußerst dicken Schutzschicht aus Zellulose, die das Fruchtfleisch schütze und frisch hielte und es einem erlaube, sie ganz leicht mit den Händen zu schälen. Und wenn Lena nicht da war, redete er auf seinen Sohn ein, der so aufwuchs mit der Vorstellung, dass Valencia ein einziger Obstgarten sei, in dem man ohne Erlaubnis Orangen pflücken konnte, zu jeder Tages- und Nachtzeit, das ganze Jahr über, und von blattlosen Bäumen, an denen eine Orange neben der anderen hing.

 

 

Traduït per Christiane Braun
Josep Palau i Fabre, Der Valenzianer aus Stockholm. Willkommen in Katalonien. Munic: Deutscher Taschenbuch, 2007, p. 268 – 269.
Josep Palau i Fabre. Fotografia Eloi Bonjoch
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