Facebook Twitter

Dins el darrer blau

Carme Riera
Ins fernste Blau

“Als der Tag kommt, sind noch wach. Bittersüß schmeckt ihnen dieses Morgenrot. Die meisten haben die ganze Nacht gearbeitet und gebetet. Ganz leise haben sie, jeder bei sich zu Hause, Psalmendes Lobes und Dankes gesungen. Sie haben die Tongefäße ausgegraben, alle Verstecke durchsucht in Schubladen gewühlt. Alles, was von Nutzen sei kann ist aussortiert worden: Geld, Gold, Schmuck. Die Frauen haben Taschen und Innenbeutel genäht und die Röcke mit feinem Wollstoff gefüttert. Sie haben Teig geknetet, Brot gebacken und die coca zum Aufgehen warm gestellt. Doch kaum ist der Klang des Eloi bis zu ihnen gedrungen, haben si die Nadeln fallen lassen, die Herdfeuer gelöscht, die Werkstätten abgeschlossen und ihre besten Kleider angelegt, um zur Messe zu gehen.
Schon tauchen sie die Finger ins Weihwasser und schicken sich an, ihre Christenpflicht zu erfüllen. Sie verteilen sich im Gottenhaus und geizen nicht mit Ergebenheit.
Anschließend sind sie zum Segell und in die Argenteria zurückgekehrt, doch hat sich niemand für die Arbeit umgezogen. Sie haben ihre guten Kleider anbehalten, ihre Sonntags kleider, um einen Ausflug zu machen. Die Frauen haben das Brot in Tücher gebunden, denn sie planen, das schöne Wetter auszunutzen, diesen klaren Tag unter diesem prachtvollen Himmel, um am Ufer zu Mittag zu essen und den Frühling zu genießen, der dem Kalender um fast zwei Wochen voraus ist und laue Süße ahnen läßt. Sie sind nicht gemeinsam aufgebrochen. Sie sind in kleinen Gruppen unterwegs, einige mit ihren Familien, andere allein. Keiner von ihnen wirkt auffällig. Sie grüßen ihre Bekannten, machen angemessene Bücklinge vor den Herren von Stand und küssen sogar den lupenreinen Amethysten des Herrn Bischof, als er auf seinem Weg zum Palast an der Portella zufällig mit ihnen zusammentrifft. Der Bischof segnet sie und zaust die Haare der Kinder, die zu ihm kommen. Die Kinder rennen hüpfend und kreischend um die Frauen herum. Sie sind sauber, die Scheitel gerade. Als sie den Hort del Rei erreichen, werden sie von den Männern überholt. Diese sammeln sich und bilden eine geschlossene Gruppe. Sie gehen den anderen voraus durch die Porta del Mar und stellen Überlegungen an, welche Stellen geeignete Rastplätze seien und wen man wohl an der Riba treffen werde. Einige Alte sind zurückgefallen, mit schlurfenden, hinkenden Schritten hasten sie den anderen hinterher. Es hat sie viel Geld und gute Worte gekostet, die Passage zu ergattern, und keiner von ihnen kann recht glauben, daß es nun soweit sein soll. Sie sind beladen. Sie haben ihre gesamte Habe bei sich, eingenäht in Innenbeutel ihre Hemden, die Westen straff darüber. Die kostbarsten Stücke tragen sie in den Falten ihrer pludrigen Hosen verborgen.“

Traduït per Petra Zickmann und Manel Pérez Espejo
Carme Riera, Ins fernste Blau. RIERA, Carme. Ins fernste Blau (Dins el darrer blau). Aus dem Katalanischen von Petra Zickmann und Manel Pérez Espejo. Lübbe: Bergisch Gladbach, 2000.
Carme Riera
Comentaris sobre obres
Dins el darrer blau (1994)
per Lluïsa Cotoner i Cerdó
La meitat de l'ànima (2004)
per Lluïsa Cotoner i Cerdó
Fragments
La meitat de l'ànima
Français | italiano
Dins el darrer blau
Deutsch | italiano
Ressenyes
Si el que escric fos inventat…
per Barbara Łuczak
Bibliografia
Altres
Cercador d’autors
A-B-C-D - E-F-G - H - I
J - K - L - M - N - O - P - Q - R
S-T-U-V-W-X-Y-Z
Traduccions de la literatura catalana
Podeu consultar més pàgines sobre la literatura catalana en traducció a:
Prosa
Amb el suport de: